Exkursion der LÖK-AG (Ruhr-Universität Bochum) nach Südwestdeutschland und in die Vogesen im Mai 2009

Kapitel  Taubergießen / Vogesen / Kaiserstuhl / Feldberg / Wutachschlucht


Vogesen

Die Vogesen bilden das den Oberrheingraben im Westen begrenzende Spiegelbild zum Schwarzwald auf östlicher Seite. Den geologischen Untergrund bilden vorwiegend Granite und Gneise. Zum Oberrheingraben vermittelt die durch Staffelbrüche gestufte Vorbergzone, in der auch Gesteine des Trias und des Jura auftreten. Die Vogesen stellen das erste große Hindernis für die feuchten atlantischen Luftmassen dar, weshalb hier auch höhere Niederschläge fallen als im Schwarzwald. Dies ist auch der Grund, weshalb die Vogesen stärker vergletschert waren. Zeugen der Gletscher sind u. a. Moränenablagerungen und der Karsee Lac Blanc (s.u.).

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Bevor es aber in die Vogesen ging, gab es noch einige Ziwschenstopps im Oberrheingraben und auf Halbtrockenrasen und Trockenrasen der Vorbergzone im Elsass.
Kurzer Stopp im Oberrheingraben am Straßenrand

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Schmalblättrige Vogel-Wicke (Vicia tenuifolia)
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Knackelbeere (Fragaria viridis)
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Aufrechter Ziest (Stachys recta). Typisch für die Gattung, die äußeren Staubblätter drehen sich nach aussen (mouse it!)
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Raupe eines Widderchens
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Prozessionsspinner auf Flaum-Eiche
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Horror unter dem Blatt: eine Mücke, die von einem Pilz getötet wurde


Und ein bisschen Dorfidylle ...
... mit Klapperstorch

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Flora der Trockenrasen im Elsass (Kalkgebiete um Westhalten)

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Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) in violett ...
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... und rosa
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Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum)
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Nadelröschen (Fumana procumbens)
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Schmalblättriger Lein (Linum tenuifolium)
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Blaugrüner Faserschirm (Trinia glauca)
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Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe)
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Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)
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mit Widderchen (Zygaena filipendulae)
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Großer Bocksbart (Tragopogon dubius)
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Suchbild Smaragdeidechse
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Was riecht denn da?
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Nelken-Sommerwurz (Orobanche caryophyllacea)


Auf der Suche nach dem Diptam  

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Färberwaid (Isatis tinctoria) ...
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... mit Blattwespen-Larve
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Junge Früchte des Färberwaids (Isatis tinctoria), die dann später fast schwarz werden. Dabei handelt es sich ausnahmsweise mal um Nüsse, nicht - wie sonst üblich bei den Brassicaceae - um Schoten
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Osterluzei (Aristolochia clematitis)...
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... fängt Insekten, aber nutzt sie nur zur Bestäubung, sie frisst sie nicht!
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Rundblättriger Storchschnabel (Geranium rotundifolium)
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Zwerg-Schneckenklee (Medicago minima)
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Ziel erreicht: der Brennende Busch ...
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... brennt nicht. Dazu war es heute zu windig.
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Die Blüte des Diptams (Dictamnus albus) ...
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... und seine Frucht, riecht nach Zitrone


Und nun endlich rauf in die Vogesen!

 

Höhenzonierung der Vegetation

Die Vogesen weisen eine bemerkenswerte Höhenzonierung der Vegetation auf. Über dem Buchenwald der
(sub-)montanen Stufe folgt natürlicherweise ein Mischwald mit Weiß-Tanne (Abies alba), Berg-Ulme (Ulmus glabra), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) und Eichen. Unklar ist, ob auch die Fichte (Picea abies) aus eigener Kraft den Sprung vom Schwarzwald über den Rhein bis in die Vogesen geschafft hat, oder ob sie hier erst durch den Menschen hingelangte. Ihr Anteil hat sich infolge von Aufforstungen in jedem Fall deutlich gegenüber eventueller natürlicher Vorkommen erhöht.

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Weiß-Tanne (Abies alba)


Kurzer Zwischenstopp in einem Wald aus Tanne (Abies alba) und Esskastanie (Castanea sativa). Im Unterwuchs:

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Wald-Wicke (Vicia sylvatica)
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Himmelsblaue Teufelskralle (Phyteuma spicatum subsp. caeruleum)


Die Pflanzen werden montaner  

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Weiße Pestwurz (Petasites albus) ...
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... in Blüte ...
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... und Frucht
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Eisenhutblättriger Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius)


Am Hauptkamm der Vogesen  

Das Besondere der Höhenzonierung ist, dass der Nadelwald nach oben hin wieder von einem Rotbuchen-Wald abgelöst wird. Hierfür gibt es mehrere Erklärungsansätze:
1. In den sehr schneereichen Vogesen leiden die Nadelbäume unter der hohen Schneelast.
2. Beginnt der Schnee zu tauen, bildet sich in der Schneedecke ein Schmelzwasserfilm auf den Tannennadeln. In diesem Milieu gedeiht ein schädlicher Pilz auf den Nadeln.
3. Aufgrund der Isolierung durch die mächtige und langsam abtauende Schneedecke bleibt der Boden im Frühjahr für lange Zeit gefroren. Beginnt die Tanne im Frühjahr zu früh mit der Transpiration, kommt es zu Trockenschäden (Frosttrocknis), da dem gefrorenen Boden kein Wasser entzogen werden kann.

In den stark windexponierten Kammlagen wird die Buche immer kleinwüchsiger und fällt schließlich ganz aus. Im Bereich der Gipfelheiden finden sich endemische Arten und Glazialrelikte.

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Niederwaldnutzung oder Kampfzone? ...
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vielstämmige Buchen (Fagus sylvatica)
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Es ist bitterkalt, aber eine adäquate Kleidung lässt das vergessen ...
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Ein Highlight: Das Vogesen-Veilchen (Viola lutea)
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Sehr variabel, nicht nur gelb, sondern auch ...
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... violett ....
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... oder auch beides.
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Kleine Alpen-Küchenschelle ...
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... oder auch Brocken-Anemone genannt (Pusatilla alba)
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Bärwurz (Meum athamanticum) kurz vor der Blüte, ...
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... die Blätter riechen aromatisch

   

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Katzenpfötchen (Antennaria dioica) in hell ...
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... und dunkel


Botanik am Lac Blanc, ein Karsee auf 1.052 m NN

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Bei Karen handelt es sich um die sesselförmigen Ursprungskessel von Gletschern, die von steilen Felswänden umgeben sind und nur zur einer Seite hin eine Öffnung besitzen, durch welche sich der Gletscher ins Tal ergoss (vgl. Feldsee im Schwarzwald).

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an Felsen der Stern-Steinbrech (Saxifraga stellaris), ein Glazialrelikt
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Tannenbärlapp (Huperzia selago)
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Dreiblättriger Baldrian ...
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... Valeriana tripteris
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Es treibt aus die Gewöhnliche Mehlbeere (Sorbus aria) ...
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oder ist es doch die Vogesen-Mehlbeere (Sorbus mougeotii)?


Auf den Bergwiesen  

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Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
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Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)


Ville d´Eguisheim  

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Ansprechpartner: Armin Jagel
Till Kasielke

 

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