Exkursion: Hagen-Hohenlimburg, Schachtelhalme und Orchideen am Steltenberg - 20.06.2020

Nach der langen Corona-Pause konnten wir endlich wieder eine Exkursion durchführen. Eine Anmeldung war für diese Exkursion ohnehin erforderlich und so versammelten sich die 10 Personen, die sich zuerst angemeldet hatten, um zu erkunden, was trotz der Frühjahrsdürre zu finden war. Zum Glück hatte es in den letzten Wochen einige ergiebige Regenfälle gegeben.
Im Stadtteil Hagen-Hohenlimburg erhebt sich nördlich der Innenstadt ein steiler Berghang, der zum Massenkalkzug im Hagener Raum gehört. Dort wird seit mehr als 100 Jahren Kalkstein abgebaut. In einem ehemaligen Steinbruch, der Jahrzehnte als Spülteich genutzt wurde, hat sich inzwischen eine artenreiche Flora und Fauna angesiedelt. Bis auf ein mit Schilf bestandenes Restgewässer sind die Böden inzwischen weitgehend abgetrocknet. Durch Pflegemaßnahmen wird der Gehölzaufwuchs eingedämmt. Zu den auffälligsten Arten gehören Knabenkraut-Hybriden, Akelei, Kreuzblümchen und Wintergrün sowie verschiedene sehr seltene Schachtelhalmarten, über die bereits in einer Veröffentlichung bei uns berichtet wurde (LUBIENSKI et. al. 2018).

Leitung: Christoph Gerbersmann

Protokoll

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Exkursion in Corona-Zeiten (© A. Jagel)
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Demonstration von 1,5 m (© A. Jagel)
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Und die vorgeschriebenen Verhaltensregeln ... (© A. Jagel)
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... bevor es dann endlich losgehen kann (© A. Jagel)
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Begrüßt werden wir auch von diversen Kalkarten, wie Echter Schlüsselblume (Primula veris), Trocken-Zwergen der Pfirsichblättrigen Glockenblume (Campanula persicifolia) und .... (© A. Jagel)
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... der Kleinblättrigen Stendelwurz (© A. Jagel)
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Das Ziel. Die Begehung ist natürlich nur mit Erlaubnis gestattet (© A. Jagel)
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Die wir haben :-) und so wird der Abstieg vorbereitet (© A. Jagel)
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© A. Jagel
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© A. Jagel
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© A. Jagel


Gleich zu Anfang ...  

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... der Erstnachweis der Mauereidechse (Podarcis muralis) für Hagen! Leider früzeitig entkommen (© A. Jagel)


Zahlreiche interessante Pflanzen  

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Blaugras ... (© A. Jagel)
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... Sesleria caerulea (© C. Buch)
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Blaugrüne Segge (Carex flacca, © A. Jagel)
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Purgier-Lein (Linum catharticum, © A. Jagel)
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Gewöhnliches Kreuzblümchen (Polygala vulgaris, © A. Jagel)
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Rundblättriges Wintergrün (Pyrola rotundifolia, © C. Buch)
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Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea, © C. Buch)

 
Eine Besonderheit des Steinbruchs aber sind die zahlreichen Orchideen!

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© A. Jagel
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© C. Buch
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Eine ist bereits verblüht. Es handelt sich um kleinere, robuste und frühblühende (Mai) Hybriden mit ... .... (© A. Jagel)
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... aufrechten, ungefleckten und gekielten Blättern und kleinen, hellrosa Blüten. Diese Hybriden sind mit hoher Sicherheit aus D. incarnata (Fleischfarbenes Knabenkraut). und D. majalis (Breitbättriges Knabenkraut) entstanden. Auch deswegen bemerkenswert, weil D. incarnata im gesamten Raum nicht vorkommt und auch früher nicht kam, so weit man weiß (© A. Jagel)
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Und so sahen die Pflanzen noch am 10.06. aus (© B. Margenburg)
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(© B. Margenburg)


In Vollblüte sind dagegen derzeit Pflanzen, bei denen die Fachwelt noch rätselt, um was genau es sich handelt. Naheliegend ist die Beteiligung von D. majalis und Sippen aus der D. maculata-Gruppe. Zwei Hybridschwärme sind unterscheidbar:

Einerseits zum Teil riesige Pflanzen bis über 80 cm Höhe mit dickem, robusten und hartem Stängel, sehr stark gefleckten Blättern und relativ großen, teilweise riesigen Blütenständen sowie größeren, helllila Blüten. Die Zusammensetzung dieser Hybriden ist unklar. Sie blühen im Juni bis Juli.

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© A. Jagel
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© C. Buch
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© A. Jagel
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© A. Jagel
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© C. Buch
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© C. Buch
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© B. Margenburg
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© C. Buch
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Eine Maskenbiene nutzt die Dactylorhiza als Ausguck (© G. Abels)


Andererseits findet man sehr schlanke, nur etwa 30 cm hohe Pflanzen, die einen nur wenige mm dicken, aber derben Stängel haben. Die Blüten zeichnen sich durch einen auffällig vorgezogenen Mittellappen der Lippe aus. An diese Hybride ist jedenfalls D. fuchsii dominant beteiligt. Auch sie blüht spät bis in den Juli rein.

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© A. Jagel
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© A. Jagel


Zum Schwärmen!

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© G. Abels
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© A. Jagel
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© A. Jagel
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© A. Jagel
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© B. Margenburg


Die zweite verrückte Gruppe im Steinbruch ist die der Schachtelhalme. Insgesamt wurden hier vier Arten nachgewiesen und zwei Hybriden (LUBIENSKI & al. 2016), die aber nur durch mikrokopische Untersuchungen sicher bestimmt werden können. Daher ist eine Bestimmung allein nach Bildern mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor versehen.

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Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre, © A. Jagel)
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Der aus Nord-Amerika und Ost-Asien stammende Nordamerikanische Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale var. affine, © A. Jagel).
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Der Bunte Schachtelhalm (Equisetum cf. variegatum, © A. Jagel) ...
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... und seine Hybride mit E. ramosissimum (Equisetum cf. ×meridionale) (© C. Buch)
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Weitaus bekannter: der Riesen-Schachtelhalm, der aufgrund der Trockenheit aber nicht sooo riesig war ... (© A. Jagel)
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... Equisetum telmateia (© B. Margenburg)
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© A. Jagel
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Und damit begann der Aufstieg aus dem Kessel ... (© B. Margenburg)
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... und der Tag wurde abgerundet durch einen Zaunblick auf die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera, © A. Jagel)

     

Ansprechpartner: Armin Jagel