Exkursion: Haltern am See-Flaesheim, Haard - 15.07.2017

Das Exkursionsgebiet der Haard war früher ein riesiges Heidegebiet. Mächtige Flugsanddecken wurden hier zu Binnendünen aufgeweht. Im 19. Jahrhundert wurde begonnen, die Heide flächig mit Kiefern aufzuforsten. Das nutzbare Holz fand im naheliegenden Steinkohlen-Bergbau zum Stollenausbau Verwendung. Nach 1900 wurde der Waldumbau in Laubwald-Mischkulturen begonnen. Noch in den 1980er Jahren wurden forstliche Versuchspflanzungen auf etlichen Parzellen angelegt.
Neben vielen Informationen zum forstwirschaftlichen Hintergrund des Gebietes wurde auf der Exkursion die typische Wald- und Wegrandflora der Sandböden vorgestellt. Zudem gab es Abstecher zu einem kleinen Niedermoor und einer ehemaligen Ackerfläche mit Heiderelikten.

Leitung: Jörg Drewenskus

Protokoll

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Mal wieder eine rekordverdächtige Anzahl an Teilnehmern versammelt sich am Treffpunkt ...
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... zur Einführung ins heutige Exkursionsgebiet.
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In der Gegend allgegenwärtig ...
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... die Gewöhnliche Kiefer (Pinus sylvestris) ...
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... mit jeweils zwei Nadeln am Kurztrieb ...
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... und den dazugehörigen Zapfen.

 

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Verwilderung der ehemals als Forstbaum angepflanzten Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina) ...
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... neben Jungwuchs vom Faulbaum (Frangula alnus).
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Auch die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) gehört zur typischen Flora des Gebietes.
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Am Wegrand dann eine echte Rarität: der Dreizahn (Danthonia decumbens). Die Art ist zwar ebenfalls typisch für Heiden und Sandmagerrasen, aber im Westfälischen Flachland sehr selten.
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Ein alter naturnaher Birken-Eichenwald mit reichlich Totholz.
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Für das Abfallrecycling sorgt der Wald-Mistkäfer
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Anoplotrupes stercorosus
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In einem degradierten und stark beschatteten Niedermoor ...
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... lassen sich bei genauer Betrachtung ...
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... zwischen den Pfeifengras-Bulten (Molinia caerulea) auch einige Moose finden: ...
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Sphagnum fallax hält sich bei Verschlechterung solcher Standorte noch mit am längsten.
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Heide-Schlafmoos (Hypnum jutlandicum)
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Mehrfach am Wegrand: der Rankende Lerchensporn (Ceratocapnos claviculata) ...
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... ein Säurezeiger, der nur im Norddeutschen Flachland zu finden ist und in der Haard seine Südgrenze erreicht.
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Bestimmung verschiedener Forstkoniferen
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Zapfen der Japanischen Lärche (Larix kaempferi) mit nach außen gebogenen Schuppen ...
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... und den typischen quirlartigen Trieben
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Zusammen mit Douglasie (Pseudotsuga menziesii) ...
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... in einer jungen Aufforstungsfläche
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Und die Weymouth-Kiefer (Pinus strobus), ...
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... mit 5-nadeligen Kurztrieben
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Weiter geht es ...
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... zu einem adlerfarnreichen ...
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... Roteichenforst
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Blatt der Roteiche (Quercus rubra)
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Rot-Buche (Fagus sylvatica)
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Die Buchen wurden hier früher als Gemarkungsgrenze gepflanzt, ...
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... ein Exemplar wird auf ein Alter von 350 Jahren geschätzt!

 

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Das letzte Ziel der Exkursion: ein ehemaliger Acker, auf dem sich ein Sandmagerrasen mit Heiderelikten entwickelt hat.
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Das botanische Highlight der Exkursion: Wald-Ruhrkraut (Gnaphalium sylvaticum).
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Heidekraut (Calluna vulgaris)
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Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
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Löss und Flugsand sind die großflächig verbreiteten Windsedimente der letzten Kaltzeit. Teile des Exkursionsgebietes sind vom deutlich selteneren Sandlöss bedeckt, dessen Korngrößenzusammensetzung (feinsandiger Schluff) eine Übergangsstellung zwischen Löss und Flugsand einnimmt.
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Zum Schluss noch ein kleiner Exkurs in die Geologie: Steine aus Skandinavien als Hinterlassenschaften der Inlandvereisung während der vorletzten Eiszeit.

 

Kontakt: Corinne Buch