Exkursion: Ennepe-Ruhr-Kreis, Sprockhövel-Haßlinghausen, Spuren des frühen Steinkohlenbergbaus - 11.04.2026 Der etwa 4 km lange Rundweg führte durch den waldreichen Süden des Ruhrreviers, eine Landschaft mit jahrhundertealter Bergbaugeschichte. Im Gelände begegneten uns immer wieder rundliche Vertiefungen – sogenannte Pingen – und kleine Halden, die den Verlauf alter Stollen im Untergrund markieren. Sie zeigen eindrucksvoll, wie intensiv hier bereits in vorindustrieller Zeit Kohle gewonnen wurde. Anhand der Entwässerungsstollen lässt sich die technische Entwicklung des frühen Bergbaus besonders gut nachvollziehen. Leitung: Dr. Till Kasielke
Protokoll (folgt)
Einführung am Friedhof Haßlinghausen: Unter uns verläuft das südlichste Steinkohlenflöz (Flöz Sengsbank). Weiter südlich gibt es keine Kohle mehr. Unser Exkursionsgebiet liegt nördlich von hier. Hier verlaufen in einem Abstand von rund 100 m zueinander die Flöze Neuflöz, Wasserbank (= Dreckbank) und Hauptflöz (© C. Buch)
Unsere Route folgt einem Abschnitt des Deutschlandwegs (© C. Buch)
Bald zeigen sich die ersten Pingen und Halden der Zeche Gottessegen, über die nur wenig bekannt ist (© C. Buch)
© C. Buch
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Nur ein kleines Stück bachabwärts erreichen wir die Zeche Neuglück. Hier am Schacht Glücksanfang ist ein großer Bereich mit kohlehaltigem Bergematerial bedeckt (© C. Buch)
Blick hinab in die Pinge von Schacht Glücksanfang – mit 10 m Durchmesser und 3 m Tiefe eine der größten Pingen des heutigen Tages (© C. Buch)
Dem Verlauf des Flözes nach Osten folgend begegnen uns viele weitere Pingen (© C. Buch)
Dann stoßen wir auf einen kurzen Pingenzug, der quer zum Streichen vom Flöz in Richtung Tal führt. Er zeugt von einem sehr alten Stollen im Untergrund. Hier fand im Sommer 2025 eine archäologische Grabung statt (© C. Buch)
Holzkohlereste ermöglichen eine C14-Datierung. Die Ergebnisse stehen allerdings noch aus (© C. Buch)
Auf der anderen Talseite folgen wir dem Pingenzug der Zeche Nachtigall, die hier das Flöz Hauptflöz abbaute (© C. Buch)
Infotafel zu Schacht Lina (© C. Buch)
Wo sich der Unterwuchs lichtet, erkennt man eine Pinge neben der anderen (© C. Buch)
Der Zusammenfluss dreier Bäche bildet den Beginn des Pleßbachs (© C. Buch)
Am Waldrand markiert ein Pingenzug den Verlauf des Neuglücker Stollens, der 450 m talabwärts unter der heutigen Autobahn ansetzte (© C. Buch)
Der nächstjüngere Stollen, der das Gebiet erreicht, war der Tiefe Stock und Scherenberger Erbstollen. Am Ende einer langen Halde lag das letzte Lichtloch dieses Stollens (© C. Buch)
Am Hang liegen zwei große Schachtpingen der Zeche Gabe Gottes, welche die westliche Fortsetzung von Nachtigall darstellte. Unter uns verläuft zudem ein Abzweig des Dreckbänker Erbstollens. Dies war der letzte und tiefste Stollen des Gebietes – und ist bis heute der längste Erbstollen des Ruhrgebiets (© C. Buch)
Ansprechpartnerin: Corinne Buch